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Lebenszeichen


Wir sind gut in Chicago gelandet. Und wenn wir in den letzten Tagen etwas stiller waren, lag das vor allem daran, dass sehr viel zu erledigen war und wir kein richtiges Internet hatten.

Da Ihr sicher furchtbar neugierig seid, schreibe ich einen kurzen Bericht. Es ist gerade 20 nach 8 Uhr, aber ich bin schon totmüde, dem Jetlag sei Dank.

Die Anreise war unkompliziert – mal von Air Berlin, die uns durch Wegnahme des Handgepäcks auf den Hinflug fast den Flieger nach Chicago verpassen ließen und einer holprigen Landung in Chicago, die jemand veranlasste in den Flieger zu kotzen, abgesehen. Die Einreisekontrolle war auch unspektakulär!

Auf unserem aller ersten Spaziergang trafen wir dann auch schon  bekannte Gesichter und dann war es soweit: Wir konnten unsere Wohnung zum ersten Mal sehen.

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Ich zeige hier mal ein Teaserbild, mehr folgt in den nächsten Tagen und Wochen. Ich nenne sie liebevoll unser Baumhaus, ganz grün, mit wildem Wein bewachsen, umgeben von Bäumen mit ganz vielen Eichhörnchen, Vögeln und Zikaden!

Da die Wohnung (entgegen aller Befürchtungen mancher Herrschaften *Blick zu Knut*) existierte und gross genug war, ging es am nächsten Tag zu Ikea. Meine Kollegen halten mich deswegen jetzt schon verrückt, weil wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Ikea gefahren sind. Eigentlich war es ganz einfach: Red Line – Blue Line und dann 47 Stationen mit dem Bus. Auf dem Rückweg haben wir noch andere Leute getroffen, die das auch machen – alles Ausländer!

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Ikea war gross und schön und der Service ist super. Man zahlt 30$ und dafür muss man nur die Nummern aufschreiben und andere Leute suchen alles – ja, auch die Teelichter – für einen heraus und für weitere 60$  wird geliefert. Das hat sich bei 80 Paketen ganz gut gelohnt. Ich erzähle besser nicht von den armen Jungs, die dann alles bei uns in den zweiten Stock schleppen mussten. Moderne Ikea-Sklaven.

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Seitdem bauen wir an unseren Möbeln – hier entsteht gerade ein Lattenrost aus 40 einzelnen  Latten – danke Ikea!!! Und organisieren Dinge, zum Beispiel – Konto eröffnen, Handys mit amerikanischen Simkarten ausstatten, den Baumarkt unsicher machen und und und… Gerade versucht Knut Internet für unsere Wohnung zu besorgen und HBO… 🙂 Game of Thrones – we are coming … Das Problem ist, dass wir extrem unkreditwürdig sind und daher ohne Probleme weder eine Kreditkarte bekommen, noch einen Mobilfunkvertrag und und und… Das heisst, viel Paperwork – aber es läuft.

P.S.: Wer sich wundert, warum ich noch nicht aus dem OI (= Oriental Institute) berichte: So viel gibt es noch nicht zu erzählen. Ich habe schon viele Kollegen getroffen und nette Gespräche geführt. Mein Büro ist noch nicht fertig…. Im OI ziehen gerade alle um. Irgendwie kommt mir das bekannt vor ?

 

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Der letzte Tag in Münster

Tja, nun ist ein weiterer ‚point of no return‘ vorbei- die Wohnung ist leer und Münster verschwindet langsam aber sicher im Rückspiegel. Schon ein etwas seltsames Gefühl, wenn es sich auch derzeit eigentlich noch anfühlt, wie die x Urlaube, die wir von Düsseldorf aus begonnen haben.

Aber eins nach dem anderen. Zunächst: dies ist dann mein (Knuts) erster Blogpost. Premiere, Fanfaren, Blumenregen, lachende Kleinkinder. Wollen wir hoffen, dass die von Susanne mühsam aufgebaute Leserschaft nicht schreiend den Raum verlässt.

Noch jemand da? Gut 🙂
(Und wenn nicht schreib ich aus Trotz weiter. Habter dann davon. Und bleibt draußen. 😛 )

Pack our things and go

Derzeit sitzen wir am Flughafen in Düsseldorf, wo wir im Maritim übernachten, um morgen um 7 den Flieger nach Berlin zu bekommen. Der Tag war vor allem laut, was dem Kreuzviertelfest zu verdanken ist, das gestern und heute einen Abtransport von Möbeln o.ä. unmöglich gemacht hat. Unterm Strich war aber kaum Zeit zum Innehalten und Reminizieren- Es wollten 4 Koffer gepackt werden, die letzten Reste nach Verbleib (Müll, Eltern, Anderes) sortiert werden und, abgesehen von einem letzten Frühstückskuchen im Café Mamsell, war leider gar keine Zeit mehr für ein letztes Spazierengehen oder Ähnliches.

Das Zitat des Tages war übrigens "Meinst Du es ist eine Dumme Idee, die Batterien in den Topf zu packen?"

Das Zitat des Tages war übrigens „Meinst Du es ist eine dumme Idee, die Batterien in den Topf zu packen?“. Jeder Adventure-Held würde vor Neid erblassen!

Natürlich waren die letzten Momente in der Wohnung dann doch noch etwas emotionaler, aber ich glaube das ist normal wenn man vor dem Schritt ins Unbekannte steht und einen Alltag, den man trotz gelegentlicher Querelen hier und da doch irgendwo liebgewonnen hat, unwiderruflich hinter sich lässt.

Nun ist es aber langsam Zeit, nach vorn zu blicken und Euch allen nicht ewig vorzuheulen, dass Abschied schwer sein kann – ich denke das weiss jeder selbst.

Eine recht spannende Sache, die Susanne glaube ich noch gar nicht erwähnt hatte, ist die Geschichte, wie wir an unsere Nachmieter gekommen sind, denn das hat letztendlich alles wunderbar geklappt.

How we met our Nachmieter

Vor exakt einer Woche wurden wir langsam etwas nervös – zwar hatten wir eine (und zwar exakt eine) Wohnungsbesichtigung gehabt, das Paar schien aber nicht überzeugt von unserer Traumwohnung und verzog auch das Gesicht, als wir die Übernahmekonditionen der Küche nannten.

(Kurze Erklärung des Problems: Wir wollten gerne unsere Küche in der Wohnung lassen, da ein Verkauf a) fast zwangsläufig mit einer massiven Wertminderung einhergehen würde und b) uns einfach die Zeit fehlte, eine Anzeige zu schalten, Besichtigungen abzuhalten und schließlich einen Abbautermin zu organisieren. Zwar haben unsere Eltern sich dankenswerterweise bereit erklärt, die Wohnung ‚klar Schiff‘ zu machen und eine Übergabe auch nach unserem Abflug zu organisieren, aber den Verkauf einer Küche in Münster, wo keiner der beiden Familien lebt, konnten wir ihnen nicht zumuten.)

Dieses Problem diskutierten wir also bei unserem fast schon rituellen Frühstück im Mamsell, als plötzlich aus Richtung Theke über ein ganz ähnliches Problem diskutiert wurde: die Bedienung Louiza, die wir von zahlreichen Sonntagsmorgenden kannten, klagte ihrem Chef ihr Leid: es sei ja unmöglich, im Kreuzviertel einfach an eine Wohnung zu kommen, bei ihr würde langsam die Zeit knapp. Subtil wie ich bin fragte ich einfach laut quer durch den Raum, was denn gesucht würde. Die Antwort ließ Susanne und mich einen kurzen verdutzten Blick wechseln- sowohl Preis als auch Größe passten.
Schnell war eine Begehung noch am Nachmittag ausgemacht, Interesse wurde bekundet und ich meldete Louiza und ihren Freund als Interessenten bei unserer Vermieterin an.

Dann kam 1 Tag Funkstille- dummerweise hatten wir keine Nummer von ihr und hatten uns schon fast damit abgefunden, dass doch kein Interesse mehr da war. Dienstag war dann aber ein Zettel am Briefkasten: sie hatte, wie sich rausstellte, unser Nummer verloren.
Mittwoch schaute sich dann Johannes, ihr Freund, die Wohnung an und war ebenfalls begeistert, Donnerstag kam es zu einem Treffen mit unserer Vermieterin und gestern morgen kam dann, kurz auf knapp, Die Zusage, so dass wir heute Morgen beim Frühstück auch noch nebenbei unsere Küche verkauft haben! 🙂

Schon lustig, wie Kommissar Zufall manchmal spielt…

Updates

Wochenendbedingt gab es wenig Neues, allerdings hat der Container heute Abend vermeldet, dass er in Chicago angekommen ist. Wir sind gespannt, wie lange der Zoll ihn näher beäugt- perfekt wäre eine Auslieferung am Donnerstag oder, noch besser, Freitag.

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Farewell

Nun ist es an der Zeit Abschied zu nehmen. Entschuldigt bitte, das wird jetzt ein ziemlich sentimentaler Post. Wer sich nur dafür interessiert, ob unser Container verschollen ist oder welche neuen Visaprobleme wir haben, der kann den ersten Teil überspringen und unten unter Update weiterlesen!

Ja, es war eine Woche voller Abschiede. Das letzte Mal hier, das letzte Mal dies oder das und immer wieder die Frage, was werden wir vemissen? Eigentlich ist die Antwort darauf leicht: Euch werden wir vermissen!
Gestern abend (bis heute morgen) haben wir mit vielen von Euch gefeiert. Und die Tatsache, dass Ihr gekommen seit und dass am Schluss noch welche da waren, die uns beim Aufräumen geholfen haben, dass wir durchdachte Reisegeschenke bekommen haben – und nicht zuletzt, dass die ein oder andere Träne geflossen ist – zeigt uns, was wir hier zurücklassen. Und ich kann nur hoffen, dass sich der eine oder andere über den großen Teich verirrt.
Heute stand dann der Abschied von meiner Familie an. Noch mehr Tränen und ein neues zu Hause für Finni, den Rennmäuserich. Da der im Flugzeug nicht mit darf, weil er Kabel annagen könnte. (Finni gibt an dieser Stelle zu Protokoll, dass er noch nie ein Kabel durchgenagt hat, das war Cera!)

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Werden wir Münster vermissen? Vielleicht nicht die 1600 Sonnenstunden im Jahr unterbrochen durch lange Regentage, aber ganz sicher den geliebten Wochenmarkt; die nicht endene Quelle für Balkonpflanzen, Blumensträusse, Leckereien und vieles mehr… Auch die 1000 Ecken, an denen man draussen sitzen kann, unsere Lieblingscafes und Restaurants und und und… Das Gefühl wenn man morgens über die Promenade geht und man das Gefühl hat, im Wald zu sein – tausend kleine Dinge halt. 

Wer jetzt „Fahrräder“ denkt – nein, die Münsteraner Fahrradfahrer werde ich als überzeugter Fussgänger nicht vermissen, zumal Chicago als Fahrradstadt der USA gilt. Und auf meine Frage, ob es sich denn lohnt, ein Fahrrad mitzubringen, bekam ich folgenden Antwort: „Hast du ein tolles Fahrrad, dann wird es dir geklaut. Hast du kein tolles Fahrrad, dann kannst du auch hier eins kaufen, das hast du dann wenigstens länger.“ Kommt mir bekannt vor!

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Naja und dann stand noch ein Abschied an. Seit 19:30 Uhr besitze ich zum ersten Mal seit 12 Jahren keinen Schlüssel mehr für das Institut für Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Altertumskunde. Ich hatte in dieser Zeit vier Wohnungen in Münster, aber immer einen Schlüssel für mein Institut. Ein nicht unbeträchtlicher Teil meines Habes war dort, ebenso wie meine geistige Heimat.

In den letzten Wochen wurde ich häufig gefragt, ob es mir schwerfällt mein Büro aufzugeben. Eigentlich gar nicht – das war schließlich nur mein Arbeitsplatz im großen Ganzen. Richtig schwer fiel es mir, heute den Schlüssel zurückzulassen und damit keinen Zugang mehr zu einem Ort zu haben, der in meinem Leben eine riesengroße Rolle gespielt hat und der ja schließlich auch der Grund ist, warum wir nach Chicago gehen.

Besagter Schlüssel Nr. 24

Besagter Schlüssel Nr. 24

So, nun dem sentimentalen Geschreibe  ein Ende: Wir haben den Tag sehr deutsch beendet – Currywurst beim Currycult, Schärfegrad superscharf – und ich habe mir ein Dirndl gekauft (http://www.esprit.de/damenmode/kleider/hochzeit-feste/zauberhaftes-herzchen-dirndl-075EO1E014_651). Man muss sich schließlich so kleiden, wie das von einem erwartet wird!

Update

Der Container hat es über den großen Teich geschaftt und wurde in Norfolk auf einen doppelcontainerstöckigen Zug. Und er sendet uns aus jeden Bahnhof, an dem der Zug hält ein Update! Momentan ist alles in Porthmouth/Ohio.

Die Greencard geht voran. Die Formulare G-28, I-485, I-765, I-131 und  G-325A sind nun vorausgefüllt und man hat uns gebeten, nun Beweise dafür einzureichen, dass wir verheiratet sind. Nein, sie wollen nicht noch mal unsere internationale Eheurkunde sehen, sondern Hochzeitsfotos, Hochzeitseinladungen, Fotos mit Freunden und Familie oder Urlaubsbilder. Da pflegt man Jahre lang seinen Facebook-Account, damit die alles mitlesen können und dann sowas.

Ich habe mich entschieden, dieses Bild einzureichen: ?

Godzilla, der Überraschungsgast auf unserer Feier

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Update aus der fast leeren Wohnung

Nachdem es eine Woche sehr ruhig war, hat bei uns der Endspurt Deutschland begonnen. Und da der Blog viele neue Leser gewonnen hat (… Herzlich willkommen!…), gebe ich mal ein Update über viele Dinge.

Visa

Die Wohnung leert sich zusehends

Unsere Pässe sind heil bei uns eingetroffen. Neben Knuts Russlandvisum und meinem Iranvisum prangt nun für drei Jahre die Aufenthaltserlaubnis für die USA und wir haben unbewusst etwas für den Weltfrieden getan.

Zu unserer Überraschung haben wir auch schon den zweiten Schritt für unsere Greencard erfolgreich überstanden. I-140 ist genehmigt und Uncle Sam hat mir damit bescheinigt, dass ich ein Extra Ordinary Researcher bin. ? Das beste daran: wenn wir die nächsten Fragen beantworten, kann Knut relativ unkompliziert seine Arbeitserlaubnisekommen. Neben neuen Fragebögen für das I-485 – wer weiss schon den Geburtsort seiner Eltern??? – wartet nun eine medizinische Untersuchung (I-693) auf uns. Zum Glück ist Knuts Impfpass noch rechtzeitig gefunden worden, sonst wäre er zwangsimmunisiert worden. Impfgegner kommen hier nicht rein, die sind schon da. Ach ja wir müssen unsere Pässe komplett scannen, auch die leeren Seiten ?

Container

Das Verladen auf die Seoul Express verlief scheinbar ebenfalls unkomplizert. Das Schiff hat es immerhin schon bis südlich von Irland geschafft. Und Knut meint um 14:11 Uhr heute schwamm sie noch, beruhigend. Es ist erstaunlich das so ein Schiff nur 18 Knoten, das sind 34 km pro Stunde, fährt. Für die 6300 km nach Norfolk braucht sie dann ca 9 Tage… Wir brauchen nach Chicago nur 9 Stunden.

Wohnung (Deutschland)

Seit unser Container weg ist, wohnen wir in einer fast leeren Wohnung. Das reduzierte Leben ist eigentlich ganz angenehm. Ein paar Polster, eine Playstation mit Diablo 3, das sich erstaunlich gut als Couch-Coop (oder sollte ich Sitzkissen-Coop sagen?) macht, eine Küche, in der man improvisieren muss, da wir nur noch einen Topf haben und keinen Messbecher, sowie ein Schlafzimmer mit einem Kleiderschrank, in dem richtig viel Platz ist. Gut, es wäre schön gewesen, wenn ich nicht schon alle meine Socken, Gürtel und Sporthosen über den großen Teich geschickt hätte. Aber wozu gibt es den Sale?

Naja, und dann kam ich am Wochenende darauf, dass wir noch zu viele Möbel haben. Knut setzte dann alles auf Ebay Kleinanzeigen und was soll ich sagen, zwei Tage später sind wir 95% aller Dinge los. Und die pinken Zettel sind wieder zurück. Diesmal aber ohne Finger weg, dafür mit neuen Besitzern.
The return of the pink Zettel

Sehr anstrengend war, dass seit vorgestern nun der Auszug organisiert werden musste. Knut telefonierte und koordinierte, ich schraubte. Naja, und Knut schleppte und ich putzte. Nun ist die Wohnung wirklich schon sehr leer. Nur das Bett steht noch. Eindeutiger Nachteil: die Dinge haben nun keinen Platz mehr. Fazit wir haben heute schon zwei Mal Knuts Schlüssel gesucht…. Immerhin die Reisekasse füllt sich leicht und die Wohnung wird leer, was will man mehr… Ach ja, ein Nachmieter wäre toll, der die Küche übernimmt!

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Umzug Teil 2 und Besuch in der Botschaft

Und dann kam unser Container. Und das kleine grüne Auto stand immer noch in unserer Halteverbotszone. Knuts früher Anruf beim Ordnungsamt hatte dort nur ein müdes Lächeln ausgelöst, waren doch nicht wir sondern das Umzugsunternehmen für die Halteverbotszone verantwortlich. Und als die Umzugsleute auftauchten, war die Zeit zu knapp. Alle (politisch-korrekten) Abschiebeversuche endeten einen halben Meter weiter.
10 Uhr dann der Auftritt des Containers. Ganz schön groß, die Straße war dann vorerst blockiert.

Unser Container - Nein, nicht der rote!

Unser Container – Nein, nicht der rote!

Bloss blöd, dass nicht der rote Container unserer war, sondern der weiße. Ja, der aus Taiwan. Ich hoffe nur, dass unser Kram nicht dort landet!
Das Beladen wurde dadurch natürlich etwas erschwert.
10:30 Uhr dann Auftritt des Fahrers des kleinen grünen Autos. Der grummelte, meckerte, versuchte in Richtung der Hauswand auszuparken und bekam dann auf die Frage: „was soll ich denn jetzt machen?“ – „WARTEN!“ Zu hören.

Das Einladen verlief dann schnell und problemlos. Erstaunlich wie schnell eine ganze Bibliothek und der gesamte Hausrat verschwand. Ach ja, und reingepasst hätte noch viel mehr. So ein Container ist groß!
Versiegelt wurde das ganze mit einer Plombe. Die richtige Versiegelung, wie auf dem wenig vertrauenserweckenden Schild beschrieben, erfolgt dann in Bremerhaven.

Ob er nach Taiwan geht?

Ob er nach Taiwan geht?

Ja, es passt alles rein.

Ja, es passt alles rein.

Nach 2,5 Stunden war alles vorbei und der Container auf dem Weg in unsere neue Heimat. Und dann ab nach Taipei … äh, Chicago mein ich 😉 ⚓️ Ich habe gerade herausgefunden, dass man unseren Container tracken kann, wie ein Paket bei der Post. (www.yml.com.tw – Die Containernummer ist dann YMLU3111927).

Termin auf der Botschaft

Am nächsten Tag ging es dann morgens um 6 Uhr auf nach Frankfurt. Nach einer ereignislosen Zugfahrt – ja, sowas gibt es bei der deutschen Bahn, kamen wir recht früh an. Unsere Handys und Ipads blieben am Bahnhof, da elektronische Geräte nicht in die Botschaft durften.

Später lernte Knut schmerzlich, dass auch mein Misfit-Fitness-Armband dazugehört. Das hatte ich nämlich angelassen… Aber der Reihe nach. Unser Besuch in der Botschaft.

Schritt 1: Anstehen. Dann Kontrolle der Pässe und des Terminpapiers.

Schritt 2: Sicherheitskontrolle. Das misfit-Armband (www.misfit.com) wird als gefährlich eingestuft und Knut muss es zu einem ca. 500 m entfernten Kiosk bringen. Dort haben findige Inder ein Gegenstände-die-die-Amerikanische-Botschaft-nicht-reinlässt-Verwaltungssystem entwickelt. ? Dann wurden alle meine Sachen genau durchleuchtet und untersucht, besonders meine haarige Haarbürste und meine Buntstifte, während ich einen durchsichtigen Plastikbeutel in die Luft hielt. Mein Minideo und Knuts Schlüsselbund wurden in Verwahrung genommen.

Schritt 3: Dokumentenkontrolle. Eine nette Dame sortierte die von mir mitgebrachten Dokumente und bemerkte dann, jetzt fehlt nur noch der Mann. Als die Dokumente dann einschließlich Mann vollständig waren, ging es zum ersten Schalter.

Schritt 4: Aufklärung. An diesem Schalter wurden dann unsere Dokumente noch einmal geprüft, gebündelt und einbehalten. Dafür gab man mir einen Flyer, der mich informierte, was ich tun muss, wenn ich in den USA ausgebeutet werde. Wird man das in der Wissenschaft nicht immer? Und unsere Fingerabdrücke wurden überprüft. Ja, wir haben jeder 10 Finger.

Schritt 5: Nächster Schalter. Unsere Fingerabdrücke wurden nochmals überprüft. Zum Glück hatten wir zwischen Schalter 1 und 2 keine Finger(abdrücke) verloren.

Schritt 6: Nach einiger Wartezeit -beschleunigt durch ein Wartegetränk (= Getränk, dass man nur kauft, damit die Wartezeit schneller vergeht, da man dann sicher dran ist, bevor der Kaffee ausgetrunken ist), kam dann unser Interview. Das ging sehr schnell. Vier Fragen und unsere Visa waren genehmigt!

Schritt 7: Raus aus der Botschaft, Misfit bei Indern abgeholt, mit der etwas chaotischen Ubahn zum Bahnhof, dann Minishopping (Desigual?) dann ab nach Hause.

Ereignislose Bahnfahrt zurück. Danke DB!

 

 

 

 

 

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Umzug Teil 1

Heute waren die Packer da… Ich hatte die Wohnung seit einer Woche liebevoll vorbereitet. Was da bleiben sollte hatte ich nun mit Klebeband abgesperrt und mit entsprechenden Zetteln gekennzeichnet: Grün für  „Pack mich ein“ und Rot für „Finger weg!“ (Knut fand das zu drastisch und hat auf seine roten Zettel „Bleibt da!“ geschrieben. Und Finni, die Maus, bestand auch auf einem „Die Maus bleibt da!“-Zettel. Das war auch gut so, denn einer der Packer wollte sie als Geschenk für seine Schlange mitnehmen…

Liebevolle Bechriftung... Pack mich ein oder Finger weg!

I Liebevolle Beschriftung… Pack mich ein oder Finger weg!

Pünktlich um halb acht wurde dann gepackt. Was ist nun der Unterschied zwischen intenationalen Möbelkisten und normalen: ich würde sagen: Klebeband, tonnenweise Klebeband… Jede Kiste wurde auf allen Seiten oben und unten zugeklebt… Und dann kam noch ein bisschen Klebeband drum.

Tageslicht wird überschätzt

Tageslicht wird überschätzt

So stapelten sich dann die Kisten in allen Räumen. Manchmal wurden sie umgespalt, um Platz für mehr Kisten zu schaffen!

Ein weiterer Unterschied ist, dass alles, was nicht in Kisten passt, lbevoll in Wellpapp-Luftpolsterfolie verpackt wird. Bei 10 Schwertern und einem Schild sowie ner Ritterrüstung ergeben sich da tolle Formen!

Was wird hier wohl verpackt?

Was wird hier wohl verpackt?

Naja und alle Kisten sind durch nummeriert, aber ansonsten war es reichlich unspektaktulär. Das Team Vartmann hat schnell gearbeitet, so dass gegen drei Uhr alles verpackt war und der Ausblick von unserem Schlafzimmer jetzt so aussieht:

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Morgen um 10 Uhr kommt der Container!

 

 

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VVV – Vereinte Vertrags- und Visumsprobleme

Ich habe heute meinen Vertrag unterschrieben! Damit ist es nun fast 100 % sicher – Wir werden im September in Chicago sein.
Das wichtigste zu lösende Problem war erst einmal, eine Visa-kategorie zu finden, die gut für uns beide ist. Als neue Mitarbeiterin bekomme ich erst ein Mal ein H-1B Visum, das zu gleich eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigzng für drei Jahre darstellt. Der Haken daran ist, dass Knut dann nur ein H-4 spouse ist, oder andersgesagt, ein Hausmann ohne jede Arbeitserlaubnis, der  keine bezahlte und unbezahlte Arbeit annehmen darf. Ich stelle besser nicht die Frage, ob das Hausarbeit einschließt oder nicht…

Nach viel recherchieren und dem Gefühl, dass wir beide unfreiwillig Immigration Law studierten, stießen wir auf eine Gesetztesänderungen, die ab dem 15. Mai aktiv wird. Demnach kann ein H-4 spouse dann arbeiten, wenn der H1-B Partner eine Greencard beantragt. Oder genauer gesagt, wenn man einen approved I-140 hat.

Da mein Arbeitgeber zum Glück zustimmte, dies zu beantragen, galt es nun herauszufinden, welche Greencardkategorie für mich die Beste/Schnellste ist. Mein immigration laywer riet zu EB-1B <Outstanding Researcher> ?, was wohl am fast am schnellsten gehen sollte.

Der Nachteil scheint wohl, dass man unzählige Formulare, Belege usw.    haben muss, dass man sich für diese Kategorie qualifiziert. So habe ich heute eine Liste mit mehr als 25 Punkten bekommen, die ich  nun abarbeiten muss. Neben normalen Dingen, wie Geburtsurkunde etc. brauchen ich auch alle Tagungsprogramme aller Tagungen, auf denen ich jemals gesprochen habe … und Zeitungsartikel über mich etc…

Aber wenn es bedeutet, dass Knut dann nach drei Monaten fast sicher seine Arbeitserlaubnis bekommt, dann ist das sicher die Mühe wert.

Ach und für meinen Antrag auf das I-140 brauche I-94 und I797 – nicht zu vergessen, Passierschein A38… In diesem Sinne…

 

Erster Eintrag

Dies ist der Auswander-Blog von Susanne und Knut.

Wir ziehen im Sommer nach Chicago und werden hier unsere Abenteuer veröffentlichen.

Da aber bis dahin noch einiges zu tun ist wird sich hier auch noch einiges tun- aber alles zu seiner Zeit. 🙂